Schulen


Bei der Einweihung der Schule in Bougoula
Die Mütter der zukünftigen Schüler tanzen.

In Burkina Faso besteht seit 1983 Schulpflicht (eines der Ziele der Revolution). Zwei Fünfjahrespläne sollten die Einschulungsrate bis 2010 auf 70% erhöhen, bei freier Grundschulbildung für alle. Angesichts der Finanzlage des Staates  erscheint beides unmöglich, Schulbildung ist weder Pflicht noch kostenlos.
Bei der Grundbildung verbessert sich die Situation aber stetig: In unserem Partnergebiet haben sich die Schülerzahlen von1985 bis 2000 mehr als verdoppelt, der Mädchenanteil stieg in dieser Zeit von etwa 20% auf 46,7%.

Das Bildungssystem ist am französischen Vorbild ausgerichtet:
    * die vorschulische Erziehung (praktisch nicht vorhanden, in Garango Sektor 7 gibt es jedoch einen Kindergarten)
    * die Grundbildung (Primaire Kl.1-6) :
       CP1/2 (cours préparatoire), CE1/2 (cours élémentaire),CM1/2 (cours moyen)
       Die Grundbildung endet mit dem CEP (Certificat d’Etudes Primaires) .
    * die allgemeine oder technische mittlere Bildung (Seconde Kl.7-12)
        gegliedert in zwei Abschnitte: Seconde 1 endet mit  dem BEPC (Brevet d’Etudes du Premier Cycle)
        Seconde 2 wird mit dem BAC (Abitur) abgeschlossen.
    * die höhere Bildung (Superieure)
       2 Jahre Universität: Ausbildungsgänge die mit dem DEUG 1/2 (Diplôme d'études universitaires générales)
       abschließen (Vordiplom).
       4 Jahre Universität: Studiengang der mit dem Master abgeschlossen werden kann.
       5 bis 7 Jahre Universität: können mit dem DESS (Doktortitel) beendet werden.
Eine Lehrerausbildung für Grundschulen an einer pädagogischen Hochschule (Ecole nationale des enseignants de primaire ENEP) kann man erhalten wenn man zwischen 17 und 30 Jahren alt und im Besitz des BEPC ist. Sie dauert
2 Jahre. Daneben gibt es noch die Möglichkeit einer Ausbildung im Rahmen des Militärdienstes. Die 3 Hochschulen des Landes bilden im Jahr etwa 700 Lehrer aus (2004), das ist weniger als die Hälfte des Bedarfs. Es gibt daher Bestrebungen die Zugangsvoraussetzungen herabzusetzen (CEP) und die Ausbildungsdauer auf ein Jahr zu verkürzen.
Nach Erhalt des Certifcat de fin d'etudes (CFEENEP) sind die Lehrer Staatsbeamte und unterstehen dem Ministère de l'Enseignement de Base et de l'Alphabétisation (MEBA) das sie besoldet und den Schulämtern (Inspection) zuweist.

Bisher gab es in Burkina keine Handwerkerausbildung. Da inzwischen der Mangel an Maurern, Elektrikern und Mechanikern die Entwicklung behindert, plant der Staat, in jeder der 45 Provinzen  eine technische Schule einzurichten.

Die 4-jährige Handwerkerschule (Centre des Ecoles Techniques) in Garango wurde Anfang 2008 in dieses Programm aufgenommen, sie heißt jetzt: Collège d`Enseignement Technique et de Formation Professionnelle (CETFP) . Der Staat bezahlt nun die Lehrer. Jahrelang wurde diese Schule nur durch die Ladenburger Ausbildungspatenschaften über Wasser gehalten. Ein ordentlicher Schulbetrieb muss sich jetzt erst wieder entwickeln.
Die 3-jährige Hauswirtschaftsschule (Centre de Promotion Feminine) hat nun den Status einer Sekundärschule und führt zum Abschluss BEPC, sie heißt jetzt: CAPCC (Centre d´Aptitude Professionnelle en Coupe et Couture).
Auch hier gibt es Ausbildungspatenschaften aus Ladenburg.

Das 6-jährige Gymnasium in Garango ist in den Eingangsklassen 4-zügig, in den Abschlussklassen 2- zügig. Der Mädchenanteil liegt bei etwa einem Drittel. Die technischen und naturwissenschaftlichen Züge des französischen Systems fehlen mangels Ausstattung.

Das Schuljahr beginnt am 1. Oktober, die großen Ferien am 15. Juni, die Schüler haben jedoch die Möglichkeit bis  zum 30. Juni fehlenden Stoff nachzuarbeiten. Weihnachten und Ostern sind je 2 Wochen Ferien.
Die Schulwoche dauert von Montags  bis Samstag Mittag. Meist ist jedoch der Donnerstag frei.
Der Schultag beginnt um 730 und endet um 1700 Uhr mit einer Mittagspause von 1130 bis 1500 Uhr.