Klimawandel  im Partnerschaftsgebiet.


Die Modellrechnungen zum Klimawandel sagen eine starke Abnahme der Niederschläge für Burkina voraus.
(Quelle: Forschungszentrum Karlsruhe  IMK)

Tatsächlich macht sich der Wandel bereits jetzt in Garango bemerkbar:
 
Linien gleichen Niederschlags (Isohyeten) in mm/m2
(1mm/m2=1Liter/m2, die Niederschläge nehmen allgemein von Nord nach Süd zu)

Zu Anfang der Partnerschaft (1982) lag Garango noch südlich der 900 mm Isohyete, jetzt (2003) liegt es nördlich der 800mm Linie.  Für Ouagadougou betrug der Jahresdurchschnitt 821,3 mm/m2  für die Jahre 1961-1990, für die Jahre 1992-2000:  688,2 mm/m2   (Quelle IRD).

Für Garango werden immer noch 800-900 mm Regen pro Jahr genannt, tatsächlich ergibt sich folgendes Bild

1991 leisteten wir Hungerhilfe über das Waisenzentrum



1994 brach der Damm in Boura



1998 leisteten wir Hungerhilfe über das Waisenzentrum




Mittelwert: 712,8 mm (ohne 1994: 671,8 mm), für die letzten 5 Jahre ist er 664,7 mm/m2  (Quelle IRD)

Trägt man die Summe aller Regenfälle der Jahre 2000-2004 (blau) auf und vergleicht sie mit dem Durchschnitt der jeweils vorangegangenen 10 Jahre ( rot) erhält man das folgende Bild: (Quelle FAO)
Regensumme

In Garango Commune ist die Trinkwasserversorgung dennoch sehr gut, dank der zahlreichen Pumpbrunnen und Wasserzapfstellen.

Auf dem Lande sieht die Situation wesentlich schlechter aus, z.B. im Departement Komtoega:
 



Die letzte Spalte bezieht sich 
auf Vorgaben des Staates:
Die Wassersituation wird als ausreichend (suffisant) bezeichnet wenn für je 300 Einwohner eine ganzjährig nutzbare Trinkwasserquelle zur Verfügung steht und der Weg zu dieser Wasserstelle nicht weiter als 500 Meter ist.









Hält der Trend an, so  werden wohl viele der 22 Brunnen (puits) ab März trockenfallen. In früheren Jahren wurden dann die Brunnen vertieft, dies stößt jedoch schnell an geologische Grenzen.
(Im Dep. Komtoega sind 26 Forages installiert, 9 davon (35%) sind "en panne".)

Langfristig erwartet man für die nächsten 30 Jahre eine Abnahme der Niederschläge im Mai und damit eine Verlängerung der Trockenzeit. Dafür werden die Starkregenereignisse am Ende der Regenzeit im September, Oktober deutlich zunehmen. Insgesamt erhöht sich dadurch auch die Variabilität der Regenzeit. (GLOWA International conference, Ouaga 2008)
Für die Landwirtschaft ist dies eine Katastrophe denn dadurch werden die bewährten Bauernregeln zur Vorhersage der Regenzeit und den Beginn der Aussaat außer Kraft gesetzt.