Garango
Garango Kima (Garango am Berge)


Stadtzentrum von Garango. 

Im Bezirk Garango leben etwa 80.000 Menschen (2013 Wachstumsrate: 2,4%). 35.000 davon in der Stadt Garango (Garango commune), der Rest in den 20 Dörfern des Landkreises (Garango departement).
Die Stadt (290 m ü. NN, 0 Grad 32' W, 11 Grad 48'N) liegt in einem sehr flachen Tal in Ost-West Richtung. Es wird im Süden begrenzt durch den Boulgou (420 m ü.NN) und im Norden durch Laterit Hügel.
Garango (Stadt seit 1983) ist lokales Oberzentrum in der Provinz Boulgou (Hauptstadt Tenkodogo)  mit Präfektur, Krankenhaus mit Arzt, Stadtpolizeistation, 2 Schulinspektionen, eine "bissongo" (Schule für Kinder unter 3 Jahren) 2 Vorschulen (Centre d'éveil et d'éducation préscolaire CEEP) Gymnasium, Mittelschulen, Post, landwirtschaftlicher Kooperative,  unterer Umweltbehörde, Missionsstation (katholisch, seit 1933, seit Februar 2012 untersteht sie der neugegründeten Diözese Tenkodogo), Moschee, Hauswirtschaftsschule, Behindertenzentrum,  Waisenzentrum (gegr. 1984 von Soeur Simone Bambara), Blindenzentrum, Rehazentrum, Handwerkerschule, Handwerkern (Schlosser, Schreiner, Maurer, Maler, Schneider, Ledermacher),  Viehmarkt, Schlachthof und Veterinärstation.   
Sie ist eingeteilt in 7 Sektoren, Zentrum ist Sektor 7 (Bild oben). Bilder zu Sektor 7 Filme zu Garango.                                                                                                                                                                                               
Von Garango aus sendet der regionale Rundfunk Radio FM Boulgou auf der Frequenz: 101,1 MHZ.

Garango ist Sitz des Naaba und Hauptort der Bissa,  die Anfang des 19.Jahrhunderts eingewandert sind. Der Naaba von Garango ist  König der Bissa und "Kurfürst" im Kaiserreich der Mossi, gegenwärtig regiert Naaba Koom. Garango war und ist Heimat vieler Politiker des Landes: Minister, Botschafter und Abgeordnete aber auch der Sängerin Sami Rama (Gazelle du Boulgou). Im Januar 2013 hatte die Theatergruppe "Vénégré Boulgou" ihren ersten Auftritt in Garango mit einem Stück gegen Kinderarbeit. Die Gruppe wird unterstüzt von der Action Sociale.

Das Klima wird geprägt durch den Wechsel zwischen Trocken- und Regenzeit (Ende Mai bis Ende September). Die Ergiebigkeit der Regen ist stark unterschiedlich, im Mittel fällt etwa genau soviel Regen wie in Ladenburg (700mm).
Die Temperaturen liegen zwischen 20 Grad (Dezember) und über 40 Grad (April, Mai)
Regenzeit am Boulgou (Fotos von Seba Dabre ).

Die Wirtschaft ist rein agrarisch mit Anbau der Hirse arten Sorgho (13%) und Mil (68%),  Reis, Mais, Zwiebeln, Erdnüssen, Gemüsen und etwas Baumwolle,  sowie der Haltung von Schweinen, Schafen, Ziegen und Perlhühnern (Kleinvieh: etwa 10000 im Stadtgebiet frei laufend, die Tiere düngen die vielen "Hausfelder" in der Stadt).  Exportiert werden nur Zwiebeln in geringem Umfang. Die marktorientierte Produktion nimmt jedoch zu : Baumwolle, Sesam und Bissap.
Das Land wird mit der Hacke (Dhaba) bearbeitet (0,6ha/Arbeitskraft), vereinzelt auch mit Leichtpflügen, Arbeitstier ist der Esel. Großvieh (Zeburinder und Rinder) wird von den nomadischen Peulh  im Auftrag durch das Land getrieben. Milchviehhaltung ist unbekannt.
Alle drei Tage findet ein Markt statt. Dort werden vor allem landwirtschaftliche Produkte verkauft.

Die Ernährungssituation ist ausreichend, außer in Dürrezeiten.  Die Wassersituation hat sich deutlich gebessert durch die Errichtung des Staudamms und der Wasserversorgung  aus einer Tiefbohrung Ende der 80er Jahre.
Entwicklung der Stadt (frz., Wahlkampf André Zoure).

aktuelles Wetter in Garango

Über die Entstehung Garangos gibt es unterschiedliche Geschichten, hier ist eine davon. (Eine andere, romantischere, Version findet man in Geschichte der Bissa.)

Die Jagd ist zu Ende
Als die Bissa auf ihrer Wanderung, von Süden her kommend, in das Gebiet um Tenkodogo kamen, litten sie große Not. Es mangelte ihnen an Nahrung und Wasser. Also ging der Anführer der Gruppe, ein großer Krieger und Jäger, mit ein paar Männern  hinaus, Wild zu jagen und Wasser zu finden. Schon bald entdeckten sie eine schöne Gazelle (Biche) und machten sich daran sie zu erlegen. Aber sie hatten kein Glück, immer wieder entkam ihnen das Tier. Schließlich waren sie so erschöpft, dass sie sich zu Boden legten und einschliefen. Im Traum aber erschien Barso, dem Anführer, die Gazelle, die er gerade gejagt hatte und sprach: "Wenn Du Deine Jagd aufgibst will ich Dich in ein Gebiet führen wo der Boden fruchtbar ist und es genügend Wasser gibt, dass ihr alles anbauen könnt  was ihr zum Leben benötigt."  Davon erwachte Barso und sah die Gazelle ruhig in seiner Nähe stehen. Er weckte seine Männer und befahl: 
"GARGO" --  Die Jagd ist zu Ende.
Dann folgte er der Gazelle und sie führte ihn in das versprochene Land, am Fuße des Boulgou. Seit her darf kein Bissa das Fleisch einer Biche essen oder sie gar jagen! ---- allerdings gibt es auch keine mehr.  (Die Biche im Stadtwappen)
Quelle: Simone Bambara